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Wir haben gefragt, Ihr habt geantwortet: Bookmarktools

Bookmarks in the Clouds – viele Tools nutzen Clouddienste zur Synchronisierung auf allen Kanälen.

Foto: Sandra Schink

Es war nur eine Frage in einem Nebensatz beim Abendessen. „Wie merkst Du Dir Artikel, die Du interessant findest, aber erst später lesen willst?“ fragte Robert mich. Ich merkte, dass ich die Frage nicht so einfach beantworten konnte. Denn bei mir ist es ein Je-nach-dem-Prinzip: Artikel, auf die ich bei Facebook aufmerksam werde, speichere ich auch bei Facebook. Gut illustrierte Themen rund um Fotografie, Social Media, Kunst, Reisen, Wohnen sammle ich auf Pinterest. Themen, von denen ich denke, dass sie auch meine Social-Media-Bubble interessieren könnten, landen auf refind. Allerdings noch nicht sehr konsequent. Oft lasse ich Artikel, die ich „heute abend oder so“ noch lesen möchte, auch einfach in ihrem Tab offen. Und ja, manchmal sammeln sich da nach zwei, drei Tagen sehr viele, zu viele Tabs an.

Also hab ich mal meine Facebook-Posse* dazu befragt. Und Robert hat seine Facebook-Posse dazu befragt. Und wir haben etliche Antworten bekommen. Die Resonanz zu dieser ja fast schon nerdigen Frage hat uns überrascht. Sieht so aus, als wäre das für Euch alle interessant.

Hier also erst mal nur ein kleines Ranking nach Häufigkeit der Nennungen, ohne große Beschreibungen, nur mit Euren Kommentaren. Wenn wir uns die Tools mal so nach und nach angeschaut haben, aktualisieren wir den Artikel. Alle werden wir eh nicht schaffen, also wenn Ihr zwei, drei Sätze zur Beschreibung und Gründe für die Nutzung haben solltet, nur zu: Schreibt sie in die Kommentare, auch andere Tools – Wir nehmen sie gern auf!

Eure Bookmarktools aus unseren Umfragen

In Klammern seht Ihr, wie häufig ein Bookmarktool empfohlen wurde. Das bedeutet kein Qualitätsranking. Auch unter den nur einmal genannten Tools gibt es sehr spannende Vorschläge, bei denen es sich lohnt sie mal näher zu betrachten.

  • Pocket (30) – u.a. via Volker König: „Ich hab (z.B.) ein Panel über Zahlen und wie man damit lügen kann („Alternative Facts“) für die #rp17 vorgeschlagen und sammle seit der Idee Links dazu. Egal auf welchem Rechner oder Device. Und sichten kann ich sie auch überall.“
  • Evernote (20) – Harald Mantl fasst die Funktion des Tools zusammen: „Auf jeder Plattform, jedem Browser, mit einem Klick Inhalte hochladen, sehr gute automatische Anzeige inhaltlich verwandter Artikel.“
  • Browser-Bookmarks (10) – Hierunter fasse ich auch die Leselisten und nenne keinen speziellen Browser.
  • Diigo (7) – Rebecca Sandbichler schreibt: „Ich brauche es viel für Recherchen zu Artikeln oder wiederkehrenden Themen und durchsuche daher auch regelmäßig nach Stichworten, selbst Jahre später. Von daher bin ich auch einfach dort geblieben, obwohl es vielleicht schon schickere Dinger gibt.“ Und Ulrike Langer ergänz: „Ich habe die Premium-Variante mit Volltextsuche. Super praktisch, ich muss mich nicht mal an meine Tags erinnern.“
  • Refind (7) – Dominik Grolimund von Refind: „Für alle, die Pocket oder Instapaper genannt haben, bei Interesse: Hier warum ich der Meinung bin, Read Later funktioniert nicht und wie wir mit Refind helfen wollen, mehr der wirklich wichtigen Dinge zu lesen: https://medium.com/@refind/why-read-later-fails-74af48625a0c“
  • Instapaper (5) – Empfohlen unter anderem von Tom Alby, weil: „Instapaper, da man damit auch offline lesen kann.“
  • Microsoft OneNote (4)
  • Bookmark-Manager (3) – (Chrome-AddOn) u.a. erwähnt von Attila Albert: „Ich speichere sie als Bookmarks in Chrome in thematischen Ordern (da Chrome auf allen Geräten inklusive Handy, synchronisiert sich das). Zwar ist der Chrome Bookmark Manager ganz chic, aber im Grunde reichen mir persönlich die reinen Bookmarks.“
  • Facebook Bookmarks (3)
  • Google Keep (3)
  • Browser-Tabs (3) – Für jene, die irgendwann 100 Tabs im Browser auf haben kam ein Tipp von Mathias Jahn: Toby Tab Manager (Chrome-AddOn)
  • Pinboard.in (2) – Nerdporn-Tipp von Luca Hammer und Marcus Schwarze. Marcus schreibt dazu: „Übernimmt auch Twitter Favs und Links aus Tweets.“
  • Pinterest (3)
  • Todoist (2) – Ein Workflow-Vorschlag u.a. von Daniel Bönninghausen: „Einfach einen Ordner anlegen mit Bookmarks, dort dann einzelne Listen, und du kannst Tags vergeben. Wenn dich ein Bookmark nach XXX Tagen erinnern soll, einfach eine „Fälligkeit“ hinterlegen.“
  • del.icio.us (4) – Dazu ein Artikel von Annette Schwindt im Upload-Magazin: „Delicious, das unterschätzte Multitalent“ – Und unter der Liste noch Anmerkungen!
  • Twitter – via Klaus Eck, in Kombination mit Pocket und Refind
  • Keeeb – via Nicole Willnow in Kombination mit Evernote
  • The Brain – via Michael Baas: „Ich benutze seit langer Zeit www.thebrain.com um die ganzen digitalen Schnippsel zu sammeln und zu verschlagworten. (Full disclosure: war auch mal Vertriebspartner).“
  • Bear-Notizentool (Apple) – via Klaus Breyer
  • Bookmark-Manager (von effectiveSoft, Android-App) – via Thorsten Peters
  • Browser-Verlauf
  • CUEcards 2000 – Nerdporn via Michael Quack. „CUEcards verwende ich vor allem weil ich meine Interessen nicht in die Cloud spülen will, und es sehr schlank ist. So was wie eine „Cloud“ gibt es eh nicht – es ist der Computer von jemand anders, auf den ich keinen nennenswerten Einfluss habe.“
  • Devonthink (Apple) – via Lutz Falkenburg
  • Dropbox-Dokument
  • DS Note (Synology) – via Dirk Spannaus
  • Mammoth – via Monika Meurer
  • Pushbullet – via Peter Jebsen, genannt mit Instapaper, Pocket, Delicious, Evernote und Mail: „Meist lese ich dann aber doch nur die Links, die ich mir per Pushbullet und Mail geschickt habe.“
  • RoboForm Password Manager – via Cornelia Diedrichs: „Ich lege es bei RoboForm Password Manager ab und benenne es nach Schlagworten, sortiert in die Kategorie „in 270 Tagen benötigt“
  • Stache – via Farid Kalirad
  • stash.ai – via Gregor Fisher in Kombination mit Instapaper
  • Zotero – via Markus Merz, heute Refind und Pocket: „Am PC habe ich immer Zotero genutzt. Seit Smartphone allerdings nicht mehr.“
  • The Old Reader – via Alexander Mankowsky in Kombination mit Pocket
  • Outlook Aufgabe – Genannt im Workflow von Michael von Laar: „Pocket für ,muss ich noch genau lesen/anschauen.‘ Evernote für ,abspeichern.‘ Und eine Outlook-Aufgabe für ,muss ich mir dann und dann wieder anschauen.'“

Weitere alternative Erinnerungsworkflows

Über einen weiteren Workflow schreibt Liliana Demir: „Wenn alle Stricke reißen, gibt’s einen Screenshot oder ein Foto & ab damit in den passenden Ordner in der Cloud.“

Und Michael Beismann erzählt: „Manches empfehle ich Freunden und habe so eine weitere, „ausgelagerte“ Erinnerungsstütze. Insbesondere dann, wenn der Freund schon jetzt von der Empfehlung Gebrauch machen kann und ich später wieder seinerseits auf den Netzfund aufmerksam gemacht werden kann.“

Susanne Krüger arbeitet unter anderem mit OmniFocus: „Ich nutze seit ein paar Monaten OmniFocus (nur für Mac) für die Aufgabenverwaltung. Darin sammle ich auch die Projekte, aber nicht das Material selbst, das nur in Verweisform. OF wurde damit zu meiner zentralen Stelle für Projektaufgaben. One Note stammt aus der Windows-Zeit und ist deswegen immer noch dabei.“

Und Gernot Kramper hat dafür eine Facebook-Gruppe: „Ich habe dafür eine Ein-Mann-FB-Gruppe. Das reicht für „später noch mal lesen“ – eine systematische Sammlung habe ich nicht.“

Auffallend viele Multi-Tool-User

Auffallend war, dass viele von Euch mehrere Tools für unterschiedliche Zwecke nutzen. Wie zum Beispiel Carsten Dobschat, der schreibt: „Kommt darauf an:
– Nur später lesen: Safari Leseliste
– Später lesen und aufheben: Pocket
– Später lesen und verbloggen/testen/kaufen…: Todoist oder OneNote“

Bookmarktool-Selbermacher

Weil Jörg Kantel sich mit Evernote nicht mehr wohl fühlt, hat er Nevernote entwickelt: „Genau für diesen Zweck (und weil mir Evernote unheimlich wurde) habe ich vor ein paar Wochen mein »Nevernote« entwickelt: http://blog.schockwellenreiter.de/2016/12/2016121601.html (und ein paar Ergänzungen in späteren Beiträgen in meinem Blog). Funktioniert für mich hervorragend. Habe ich unter einer MIT-Lizenz auf GitHub veröffentlicht.

Tool-Groll

Ärgerlich ist immer, wenn Dienste abgeschaltet werden oder ihre Funktionen verändern. So berichtet Michael Girnus: „Bis vor kurzem habe ich in G+ einen Post in einem stillen Kreis erstellt. Dann konnte man super suchen uswff. Is aber leider aktuell nicht mehr zu gebrauchen da die suche in g+ kaputt ist.“

Kommentatoren, die del.icio.us empfohlen haben, wurden immer gefragt, ob dieser uralte Dienst überhaupt noch läuft. Bei Wikipedia heißt es dazu: „Im Mai 2014 verkaufte AVOS den Dienst an Science Inc.[8] Im Januar 2016 gab Delicious Media, eine Kooperation von Domainersuite und Science Inc. bekannt, die Seite nun zu betreiben.[9]

Und ein augenzwinkernder Verweis auf einen anderen Bookmark-Dino, nämlich Technorati, erinnert daran, dass man sich immer up to date halten sollte. Technorati wurde 2014 eingestellt.

Weiterdenker

Und spannende Ideen gab es auch. So sinniert Dominik Grau: „Ein predictive behavioral Browser wäre nun so klug, dass er erkennt, wenn du in 270 Tagen Bedarf hast. Dann ruft er dir in einer realtime relevancy sidebar den Link auf, der zum aktuellen Bedürfnis passt. predictive + relevant + realtime = success. Aber gibt es sowas derzeit?“

Könnt Ihr noch was dazu sagen?

Ich habe, wie oben bereits erwähnt, erst mal nur einige Eurer Zitate zu den Tools gestellt, ohne die Tools selbst näher zu beschreiben. Das hätte jetzt einfach zu lange gedauert, mir die einzelnen Vorschläge angemessen aufmerksam anzuschauen. Ich wollte sie nur hier notieren, damit sie nicht in den Tiefen des Newsfeeds für immer verschwinden. Wenn Ihr also Eure Einschätzungen, Gründe, Eure Workflows, Toolbeschreibungen und Tipps hinzufügen möchtet, dann tut das gern in den Kommentaren.

Ich werde den Artikel dann aktualisieren und Euch natürlich auch gern namentlich nennen. Das hier ist ein Artikel im Musketier-Sinne 😉

Vielen Dank!

Stand 25. Februar 2017 – 16:00 Uhr

    

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